| |
| Reportage zur Süddeutschen Meisterschaft in Niefern 2010
|
04.00.2010 |
|
 |
 |
 |
 |
Verfasserin: Sandra Elsass / www.textkarussell.de
An der Pforte des nördlichen Schwarzwalds vor den Toren
Pforzheims liegt der schöne Ort Niefern. Hier trafen sich am
Samstag, den 24. April 2010 viele Kampfsportbegeisterte und
Teilnehmer zur diesjährigen Süddeutschen Meisterschaft der
WKA – C Wertung. Die dafür angereisten Kämpfer traten in den
Disziplinen Pointfighting, Leichtkontakt, Formen, Kickboxen,
Thaiboxen und Vollkontakt an. |
|
| |
Veranstalter war Alexander Künzler, der im Boxsport selbst
kein unbeschriebenes Blatt ist und im badischen NiefernÖschelbronn
seit einigen Jahren ein Box- und Fitnessstudio
besitzt.
Die Location wurde hervorragend ausgewählt.
In der Kirnbachhalle in Niefern fanden im
unteren Bereich der Halle 6 Kampfflächen für
Pointfighting und Leichtkontakt, sowie 2
Formenflächen ausreichend Platz. Im oberen
Bereich der Kirnbachhalle wurden in zwei
Boxringen die Meisterschaftskämpfe im
Kickboxen und Vollkontakt ausgetragen. Die
Zuschauer konnten die Kämpfe zudem
bequem von einer Tribüne aus beobachten.
Bei der Registration zeichnete sich das WKA-Team wiederholt durch eine vorbildlich
organisierte Abwicklung aus und registrierte in der geplanten Zeit 626 Starts. Der
reibungslose Ablauf wurde seitens der Kämpfer mehrfach lobend erwähnt.
Nach Abschluss der Registration wurden die Kämpfer vom Veranstalter Alexander Künzler,
dem WKA-Vertreter Robert Ulbrich und dem Kampfrichter Günther Kogucik begrüßt. Dann
begannen die Austragungen der Kids und Junioren pünktlich um 10:30 Uhr.
Die 626 Starts teilten sich auf in 463 Starts der deutschen Kämpfer, ein Start eines Schotten
und 162 Starts bei den deutschen Formenläufern. Leider kamen einige der vorregistrierten
Kämpfer, darunter viele Kinder, nicht am Veranstaltungsort an, weil
ihnen der Kühler am Auto auf der Autobahn geplatzt ist. Der Trainer der
betroffenen Kampfsportschule entschuldigte sich nach der
Meisterschaft bei der WKA dafür, dass sie nicht kommen konnten.
Außerdem konnten nicht so viele Kampfrichter anreisen wie geplant,
was den Ablauf der Kämpfe leider erschwerte.
Im Pointfighting gab es viele gute und schöne Fights zu sehen. Vor
allem bei den Mädchen unter 12 Jahren gab es explosive Kämpfe zu
bestaunen. Auffallend gut abgeschnitten haben im Allgemeinen die Kids
und Junioren und stellten die Erwachsenen teilweise in den Schatten,
meinten Stergios und Beate Sarantoudis. Was mitunter daran läge,
dass die Disziplinen bei den Erwachsenen an diesem Tag schlecht belegt waren. Auch fehlten dieses Jahr einige Topkämpfer der Herren, weil sie nicht mehr
aktiv kämpfen. Von den Damen war die Belegung der einzelnen Gewichtsklassen ebenfalls
schwach. Genauso schlecht belegt waren die Kämpfe der Schwarzgurte.
Zweimal die 1. Plätze im Pointfighting konnten sich Selina Gajdics, Anna-Sophie Kreis und
Luca Kerkenhoff sichern. Luca Kerkenhoff landete mehrfach gute Kopftreffer. Auch Stefanie
Megerle lieferte auffallend gute Kämpfe. Ein weiterer Favorit der diesjährigen Meisterschaft
in Niefern war Kevin Wehner des SV Salamander Kornwestheim, der in der Disziplin
Poinfighting Juniors -50 kg und -55 kg jeweils den ersten Platz holte.
Im Leichtkontakt gab es ebenso gute Kämpfe zu sehen, berichtet Harald Rögner, der bei
einigen Kämpfen selbst Punktrichter war. Da aber viele Kämpfer vom alten Nationalteam
nicht vor Ort waren, sei eine Aussage zur Verbesserung des Kampfniveaus schwer möglich.
Seiner Meinung nach sollten die Kämpfer beim Leichtkontakt auf alle Fälle an der Härte
arbeiten, da viel zu oft wegen zu harten Techniken eingegriffen werden musste. Aus diesem
Grund wurden viele Minuspunkte vergeben.
Bei den Formen waren vor allem die Disziplinen Hardstyle und Koreanstyle der männlichen
Junioren gut besetzt. Hervorgehoben haben sich durch ihre Leistung der WKA Weltmeister
David Ludwig und im Hardstyle Diana Milanov, die auch schon beim Deutschlandpokal sehr
erfolgreich war. Die Veteranen haben mit voller Begeisterung und Stärke die Matte erobert.
Günther Kogucik sorgte für den reibungslosen Ablauf der Fights im Kickboxen, Thaiboxen
und Vollkontakt. Er erwähnte, dass die vorhandenen 2 Ringe die Abläufe der 80 Starts
enorm vereinfachten. Es hätte sich im Großen und Ganzen um niveauvolle Kämpfe
gehandelt. Weniger begeistert war Kogucik über die fehlende Taktik mancher Kämpfer und
die vielen Unsauberkeiten bei den Fights. Einige Kämpfe endeten mit einem schnellen k.o.
In einem dieser Kämpfe streckte Samy Badawi souverän seinen Gegner schon in der ersten
Minute nieder.
Im Vollkontakt der Männer gab es einen 1. Platz für Daniel Dörrer (-90 kg), Christian Jäger
(+90 kg), Obaid Rewing (-60 kg), Michael Jockers (-65 kg), Omar Rondon-Velasco (-70 kg),
Renè Teuber (-75 kg), Kristian Andric (-80 kg) und Thomas Neugebauer (-85 kg).
Im Kickboxen der Männer gab es einen 1. Platz für André Kühnel, Samy Badawi (-65 kg),
Omar Rondon-Velasco (-70 kg), Viktor Wittmann (-75 kg), John Kallenbach (-80 kg), Heino
Bögelsack (-85 kg) und Lars Grundkowska (-90 kg).
Im Vollkontakt der Frauen gab es einen 1. Platz für Anita Sinko (+65 kg), Claudia Schemmer
(-55 kg) und Dragana Pozderovic (-60 kg).
Verletzungen gab es bis auf einen Fall keine
schwerwiegenden. Die Ärzte hatten nur ein paar wenige
blutige Nasen, 2 verstauchte Daumen und einen Verdacht
auf Nasenfraktur zu behandeln. Weniger gut traf es einen
jugendlichen Kämpfer im Leichtkontakt -70 kg. Er musste
vor Ort ärztlich versorgt und mit dem Krankenwagen
abtransportiert werden, weil seine Kniescheibe beim
Kampf rausgesprungen ist. Wir wünschen gute
Besserung!
„Leider gab es aber auch einiges negatives an diesem Tag.“, so Armin Denecke vom TV
Heddesdorf. Zum einen seien nur zwei Betreuer zugelassen worden, unabhängig von der
Größe des Teams und zum anderen waren beide Formenkampfflächen nicht klar geteilt. Um
eine Kampffläche waren lediglich an drei Seiten außen Matten aufgebaut, so dass die Fläche
zur zweiten Kampffläche hin offen war.
Ebenfalls denkbar schlecht war, dass die Musik für den Bereich Waffen mit Musik und
Freestyle aus einem handelsüblichen kleinen CD-Player abgespielt wurde. „Weder der
Teilnehmer noch die Kampfrichter konnten die Musik richtig hören. Unter diesen Umständen
war es problematisch, eine realistische Bewertung der Formen durchzuführen.“, so Denecke.
Erschwerend kam hinzu, dass sich die Kampfrichter und freiwilligen Helfer über mangelnde
Verpflegung beschwerten. Es war zwar ein Raum mir Essen und Getränken vorbereitet,
wurde aber von Kämpfern geplündert noch bevor die Helfer dazu Gelegenheit hatten.
Ganz und gar nicht sportlich war dann die Sache mit den Pokalen. Gegen Ende konnten bei
der Siegerehrung keine 1ten und 2ten Plätze mehr in Form einer Trophäe verliehen werden,
weil ein paar Sportler dreist Pokale gestohlen haben. Wer trotz ehrlichem Sieg leer ausging,
hat beim nächsten Turnier die Möglichkeit den verdienten Pokal zu erhalten.
Die Verpflegung der Kämpfer und der Zuschauer war super vorbereitet. Für kleines Geld gab
es viel Auswahl an Leckereien wie belegte Brötchen, Pommes, Kaffee, Kuchen, Süßigkeiten,
Getränke etc. Der Veranstalter Alexander Künzler war mit dem Ablauf der Meisterschaft
zufrieden. Nicht zuletzt, weil seine Schüler 4-mal den 1. Platz abräumten. Er bemängelte
jedoch, dass sich die Anzahl seiner von mehr als 40 Helfern gegen Ende der Meisterschaft
drastisch verringerte.
Laut Künzler wurde das Catering absichtlich klein gehalten, weil sich direkt neben der Halle
ein McDonalds befindet. Die Planung und Umsetzung der Veranstaltung beschrieb er als
großen Aufwand. Gesponsert wurde er von der Renault Zentrum Bäzner + Herzog GmbH & Co. KG aus Pforzheim, vom A&N Personalmarketing Schuler aus Mühlacker, von
VARIOPLAST aus Ötisheim und dem Jurende Imbiss – Schlemmergrill aus Niefern.
Trotz Kampfrichtermangel endete die Veranstaltung zeitig um 18:30 Uhr. So konnten
Besucher, Kämpfer und Helfer das schöne Wetter noch genießen. In diesem Sinne können
wir uns schon auf das nächste WKA-Turnier freuen!
Bericht mit Bilder anbei.
|
|
|
 |
|
|
|