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| Sommermärchen, 01. September 2007
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09.00.2007 |
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Sommermärchen, 1. September 2007
Die Ränge der Europahalle sind am Morgen noch leer. Nur wer kämpft ist mit Team und Betreuern freiwillig früh aufgestanden, denn es wurde spät bei der gestrigen „Stekos Fight Night“. Chloé Bruce eröffnete mit ihrem Team „Fusion“ die mit rund zweitausend Gästen besuchte Abendveranstaltung, bei der die Teamkämpfe zweier Disziplinen der WKA-Weltmeisterschaft ausgetragen wurden. Im Freestyle-Teamformen ging das Gold an zwei Kanadier mit Langstock, zwei zweite Plätze belegten die beiden US-Amerikaner in roten Satinanzügen ohne Waffen sowie das vierköpfige deutsche Team mit Steve Kainath, Mario Worzfeld, Angelina Meier und Kathrin Schröter. Bei den Pointfighting-Teamkämpfen entschieden die Kanadier nach drei Siegen in Folge das Finale vorzeitig für sich und verwiesen damit die Italiener auf den zweiten Platz.
Im Ring verteidigte Christian Deiss in einem Kampf über fünf Runden seinen Titel als Internationaler Deutscher Meister im Kickboxen mit Low-Kicks gegen Solomon Zahau. Weiterhin setzte sich die Schweizerin Carole Flury mit einem Kniestoß zum Kopf gegen die Karlsruherin Daniela Graf durch und wurde K1-Europameisterin. Ebenfalls im K1, bei den Kickboxing World Series, standen sich Portugiese José Reis und der Franzose Cedric Müller im Finale gegenüber, wobei Letzterer überzeugend gewann. Spektakulär war der WKA-Welttitelkampf im Kickboxen von Bundestrainer Marco Ross und dem Chinesen Sun Wu. Ersterer glänzte vor allem im Infight mit Boxtechniken, Letzterer mit harten Wirkungstreffern der Beine. Und so ging der auf fünf Runden à drei Minuten angesetzte Kampf in die Verlängerung, bei der sich Ross gegen den Mann mit den stahlharten Sidekicks durchsetzte. Den Gürtel bekam der Mann aus Honau schließlich von der seit 1995 ungeschlagenen Box-Weltmeisterin Regina Halmich um die Hüften gelegt. Höhepunkt der Veranstaltung war der WKA-Welttitelkampf im Kickboxen Fullcontact über zwölf Runden zwischen Ramin Abtin und dem Engländer Brain Aston. Der Profi-Weltmeister konnte den Schlagabtausch gegen seinen schwer gezeichneten Gegner in der elften Runde vorzeitig beenden.
Heute, am letzten Tag der WKA-Weltmeisterschaft 2007, werden Weltmeister bei den Formen Karate Traditional David Ludwig, Nicole Gottschalck bei Karate Kumite –65kg, bei Traditional Karate +90kg wird es Michael Gosebruch. Silber geht an Christos Bakas in Weapons Traditional, Abraham Baba in Veteranen Traditional sowie Tanja Gottschalck in Traditional Karate +65kg. Letztere erhält weiterhin die Bronzemedaille bei Karate Traditional. Bronze geht ebenfalls an Steve Kainath bei Waffen Traditional der Veteranen. Bundestrainer Jürgen von Wyszecki hebt besonders hervor die Leistung von Nele Lefeldt, die, nachdem sie ein Jahr hart trainiert hat, trotz kanadischer Schiedsrichter eine Kanadierin im Finale besiegt bei Waffen ohne Musik. Auch Marion Sand habe ihren Tiefpunkt mit ihrer Bronzemedaille überwunden. Im vergangenen Jahr verlor sie in der Vorkampfrunde ihre Waffe. Gefreut hat Jürgen, dass in den Formenklassen neue Leute den „Sprung auf das Treppchen geschafft haben“ und somit „neue Gesichter die alten“ ablösen. Für das nächste Jahr wünscht er sich, dass die Veteranenklassen der traditionellen Formen unterteilt werden in Hard- und Softstyle.
Im Pointfighting der Erwachsenen schmücken sich mit Bronze Jennifer Gutmann und Olga Kine, beide in der Klasse –55kg, Michaela Bachhuber bei –50kg. Am Nachmittag findet das deutsch-deutsche Finale –85kg statt, bei dem Günter Schönrock Weltmeister wird und das Silber Arnold Zeiger überlässt. Bundestrainer Martin Kilgus bemerkt zwar, dass es in diesem Jahr mehr Erfolge in seiner Disziplin hätte geben können, ist sich aber gleichzeitig darüber im Klaren, dass das internationale Niveau auf der WKA-Weltmeisterschaft nochmals deutlich gestiegen ist. Sehr zufrieden ist er, wie auch andere Bundestrainer, mit der Ausrichtung der Weltmeisterschaft in Karlsruhe und dankt Klaus Nonnemacher für seine professionelle Arbeit.
Im deutsch-deutschen Finale der Leichtkontakt-Kids überzeugt Franz Lourzki die drei Punktrichter vor Dominique Gabler. Wahre deutsche Goldkinder werden Vladislav Puris (-25kg), Maximilian Altschäffel (-50kg), Fabian Homeier (+50kg) und schließlich, wie der Name schon sagt, Phensuphak Gold – und zwar trotz Knieverletzung. Die Bronzemedaille erhält Arnold Gutjahr (-50kg). In der Jugendklasse erkämpft sich Janina Moser aus Würzburg bei –50kg den Weltmeistertitel. Damit hat sich die Leichtkontakt-Jugend auf der diesjährigen Weltmeisterschaft insgesamt 8 Mal Gold und 5 Mal Silber erkämpft. Das Bundestrainer-Duo Peter Spallek und Guido Rödel ist zufrieden mit den Erfolgen. Ein größeres Abschiedsgeschenk hätten die Mädchen und Jungen Spallek nicht machen können. Offiziell legt er heute sein Amt als Bundesjugendtrainer zwar nieder, wird jedoch auch weiterhin das Team unterstützen. Nach seinem Ziel für das nächste Jahr gefragt, legt sich ein Grinsen auf Rödels Gesicht mit dem schwarz-rot-gelb gefärbten Bart: „Ich will eine zweistellige Anzahl an Goldmedaillen erreichen!“, vermeldet der Leverkusener frech.
Auch die Veteranen des Leichtkontakt-Teams sind erfolgreich: bei –75kg schlägt Mike Anderson den Ukrainer Artur Marabyan, bei –85kg dominiert Christian Geret den Leverkusener Erik Seegler. Wie Letzterer wird auch Ramona Beck Vize-Weltmeister, sie bei –65kg. Bronze erhalten Miriam Postler bei den Veteranen +60kg, Sarah Schindler bei den Erwachsenen –55kg, Susanne Schlütter bei –60kg und Sarah Köder bei –65kg. Bundestrainer Harald Rögner lobt den Zusammenhalt der Gruppe. Kämpfer wie etwa Michael Stephan seien über 500km angereist, nur um bei den Teamkämpfen mitzumachen. Auch Christoph Trösch habe sich, obgleich er in der ersten Runde ausschied, als Physiotherapeut hervorragend um das LK-Team gekümmert.
Letzte Finale sind die Teamkämpfe, bei denen großes Getöse herrscht. Im Pointfighting dürfen hier Deutschland vertreten: Boys gegen Irland, Girls gegen England und die männliche Jugend wieder gegen Irland. Die Kämpfe sind spannend, bis in jeder Klasse der letzte der fünf Kämpfe ausgetragen ist. Letztendlich hat Bundesjugendtrainer Stergi Sarantoudis Grund zur Freude: Seine Schützlinge werden in allen drei Teamkämpfen Weltmeister. Die letzte ausgetragene Disziplin sind die Teamkämpfe der Leichtkontakt-Herren, bei denen Harald Rögners Team die Goldmedaillen allerdings den Irländern überlassen muss, die den Deutschen mit 3:1 Kämpfen überlegen sind.
Am Ende des Tages kann das deutsche Team stolz auf seine Leistung sein, denn es erhält mit 137 Stück die meisten Medaillen - davon 39 Mal Gold, 47 Mal Silber und 51 Mal Bronze. Die Teamkämpfe sind hierbei noch nicht mitgerechnet. An zweiter Stelle stehen die Kanadier mit 113 Medaillen insgesamt, davon 34 Mal Gold, 34 Mal Silber und 45 Mal Bronze. Den dritten Platz im Medaillenspiegel erreicht England mit 96 Auszeichnungen, davon 25 Mal Gold, 27 Mal Silber und 44 Mal Bronze. Gefolgt werden diese Länder von Irland als vierterfolgreichster Nation, den Vereinigten Staaten, Italien, Russland, Ukraine, Wales, Österreich, Schweiz, Dänemark, Schottland, Frankreich, Türkei, Belgien, Brasilien, Polen, Lettland, China, Liechtenstein, Nigeria, Libanon, Malaysia und elf andren Teilnehmerländern.
Insgesamt registrierte die WKA 1.625 Starts, davon 1.213 im Kampfbereich und 412 bei den Formen. Die am stärksten vertretene Nation im Kampfbereich war Deutschland mit 218, gefolgt von England mit 180, Irland mit 151 und Kanada mit 125 Kämpfern. Fünftstärkste Nation sind die Vereinigten Staaten mit 64 Startern. Im Formenbereich zählen sie mit 96 Teilnehmern die meisten Starts, gefolgt von Deutschland mit 91, Kanada mit 82, England mit 46 und Italien mit 42 Teilnehmern.
Nun treten alle Sportler die Heimreise an - die Anspannung ist von ihnen gefallen. WKA-Weltvizepräsident Klaus Nonnemacher hat eine großartige organisatorische Arbeit geleistet – und das, obwohl er am ersten Wettkampftag Vater wurde. Als Karlsruher hat er es nach Hause nicht weit. Andere hingegen werden heute noch den Atlantik überqueren oder gen Osten fliegen. Im Herbst des nächsten Jahres allerdings, müssen die Nordamerikaner nicht so weit reisen, denn die WKA wird ihre Weltmeisterschaft in USA/Florida ausrichten – und zwar typisch amerikanisch: in Disneyworld. Da wird es dann wieder heißen: Go for Gold!
YVONNE THORHAUER
Die Ergebnisse der Weltmeisterschaft Karlsruhe sind in allen Berichten ohne Gewähr. Die offiziellen Resultate folgen. Fragen hierzu oder Korrekturen bitte direkt an das WKA-Büro richten, ebenso Lob oder Kritik der Veranstaltung. Nur jene Anmerkungen, die den Bericht betreffen, bitte an yvonne777y@yahoo.de.
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